29.10.2012

Bom Jardim

Wir verlassen Cairú in aller Frühe, um mit dem Ebbstrom wieder Richtung Meer zu fahren. Auf dem Weg zurück nach Morro de São Paulo gibt es eine Ankermöglichkeit vor einem traumhaften Palmenstrand namens Bom Jardim, da wollen wir hin und am Strand wandern.

Es ist toll, so früh loszufahren und entsprechend früh da zu sein. Als Michi den Anker sicher geworfen und den Motor ausgestellt hat, ist es gerade mal 9. Da weiß man doch beim Frühstück schon, was man gemacht hat! Und man hat viel mehr Energie, weiterzumachen. Kraft dieser Energie packe ich den Zuber aus und wasche endlich mal ein paar dringend benötigte Kleidungsstücke. Vor dieser Kulisse macht das Waschen aber auch besonders viel Spaß!




Für einen Spaziergang am Strand ist es leider noch viel zu heiß. Wir chillen an Bord und beschließen, erst am Nachmittag loszumarschieren. Was wir bei dieser Planung allerdings nicht berücksichtigt haben, sind die Gezeiten. Nachmittags brennt die Sonne vielleicht weniger - aber unglücklicherweise ist gerade, als wir zum Strand rudern, absolutes Hochwasser, so dass von dem schönen breiten Sandstrand nicht viel zu sehen ist... Wir versuchen es trotzdem. Zu Beginn werden wir mit tollen Blicken auf unser kleines schaukeliges Zuhause belohnt.




Dann wird's abenteuerlich. Der Strand ist von Mangroven gesäumt, durch die wir uns tapfer vorankämpfen. Jeden Moment, so glauben wir, muss doch endlich wieder Strand kommen. Das geht auch erstmal ganz gut,...


...obwohl das Gestrüpp immer dichter und ein Durchkommen immer schwieriger wird.


Schließlich gilt es nicht nur, sich durch das Geäst durchzumogeln, sondern gleichzeitig noch, darauf zu achten, dass man nicht zu tief ins Wasser gerät, das uns mittlerweile bis zu den Knien geht, und dass man nicht im Schlamm versinkt. Kaya ist begeistert, obwohl sie nur auf Michis Rücken hängt. "Ist das ein Wasserpielplatz, Mama?", fragt sie mit leuchtenden Augen. Unser Abenteuerkind!


Irgendwann müssen wir umdrehen, weil das Dickicht immer extremer und das Wasser immer tiefer wird - und weil von einem Strand weit und breit nichts zu ahnen ist. Der Strand ist eben nur bei Niedrigwasser da... Im letzten Abendlicht kommen wir aus den Mangroven gestolpert und stehen - vor einer Fototapete.


Eigentlich zu kitschig zum Fotografieren. Was noch kitschiger ist, und wovon es nur deswegen kein Bild gibt, weil ich auf dem schaukeligen Dinghy mit Kind im Arm nicht an die Kamera im Rucksack komme, ist der Blick zum Strand, während wir zurück zum Boot rudern: Zwischen den Palmen, ganz tief, riesig groß und mit einem schimmernden Hof umgeben, geht majestätisch der Vollmond auf. Was für ein Bild!!

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