Horst hat einen Segel-Club mit einem Dutzend Katamaranen, die er vermietet: 16-Fuss Hobie-Cats und 20-Fuss Tornados. Der Tornado ist eine olympische Klasse, und wird manchmal als Formel-1 des Segelns bezeichnet. Und damit will Horst heute segeln und hat mich und seinen Bruder Klaus, der gerade hier Urlaub macht, eingeladen mitzusegeln.

Er erklärt uns, wie man sich ins Trapez einhakt und damit ausreitet, etwas was ich in meinem Seglerleben noch nie gemacht habe. Ich frage ihn auch, wie man am besten aus dem Wasser auf den Katamaran aufsteigt, und er erklärt es mir mit der Bemerkung, dass Mann-Über-Bord ja fast nie vorkommt.

Wir segeln los und zischen gleich flott über die Wellen. 15 Knoten Wind, fast 20 Knoten Speed am Wind. Klaus und ich hängen uns in unsere Trapeze und stehen auf der Kante. Bei jeder Welle werden wir nassgespritzt, aber das Wasser ist warm, wie unter einer lauwarmen Dusche. So macht Wassersport Spass. Ich habe nur etwas Sorge, dass mir meine Sonnenbrille vom Gesicht gespült wird, aber sie hält fest, obwohl ich Salzwasser in die Augen bekomme.
Mein Trapezgurt zwickt etwas im Schritt, und um es mir bequemer zu machen ziehe ich mich etwas hoch und entlaste den Gurt. Plötzlich macht es Platsch und ich bin unter Wasser. Ich tauche auf und sehe den Kat davonzischen. In dem Moment habe ich gelernt: im Trapez ist man nur lose eingehakt, und nicht fest angeknotet wie beim Felsen klettern. Und ich habe mich gerade selber ausgehakt. Zum Glück habe ich meine Sonnenbrille noch auf der Nase - erstaunlich, obwohl sie nicht festgebunden ist.
Horst fährt gekonnt das Manöver, kommt zurück und zieht mich wieder an Bord. Gut, dass wir das vorher besprochen hatten.
Wir zischen weiter, fahren eine Wende und Klaus und ich reiten auf der anderen Seite im Trapez aus. Wieder Speed, Spray, Spannung, Spass. Und plötzlich macht es Knack, Platsch und ich bin wieder unter Wasser. Ich habe die Schot noch in der Hand und werde mit ungefährt 10 Knoten durchs Wasser geschleift. Das halte ich nicht aus und lasse die Schot los. Ich tauche auf und das selbe bekannte Bild wie vorher: der Kat wendet und kommt zurück. Nur irgendwie ist jetzt alles heller... meine Sonnenbrille ist weg! Kein Wunder... vom Kopf gespült und jetzt auf dem Weg auf den Grund in 20m Wassertiefe. Hoffnungslos verloren. Aber es gibt schlimmere Verluste und irgendwie war es den Segelspass auch wert.
Ich werde wieder aufgefischt und wir stellen fest, dass an meinem Trapez eine Befestigung gebrochen war. Diesmal war es also nicht meine Schuld. Wir segeln noch ein Weilchen weiter, halsen und kommen zurück. Auf dem Rückweg darf ich auch mal an die Pinne. Ich bin zwar noch nie Formel-1 gefahren, aber kann mir den Vergleich vorstellen - man fährt fast wie auf Schienen.
Das war auch mal ein unvergesslicher Segeltag.



















































