Mitten im Atlanik, nahe am Äquator, gibt es ein paar Felsen mit Namen São Pedro e São Paulo, die zu Brasilien gehören. Es war mir früher schon mal aufgefallen, als ich mit dem Zeigefinger im Atlas den Atlantik überquert habe, dass da ein Pünktchen auf der Karte ist, und mich gefragt, ob man das wohl besuchen kann. Den Gedanken hielt ich für unrealistisch, bis ich den Bericht im Trans-Ocean-Magazin von meinen Freunden Nana und Andreas auf ihrer Miepke II gelesen habe. Wir hatten uns in Las Palmas am Steg kennen gelernt und sie sind ein Jahr vor mir nach Brasilien gesegelt und haben São Pedro e São Paulo angelaufen. Sie berichteten wie freundlich sie dort empfangen wurden, also beschloss ich, das auch zu probieren.

Das Finden ist ja mit GPS kein Problem. Nur der Wind spielt nicht mit und so muss ich die halbe Nacht motoren um hinzukommen. Kurz davor, das Leuchtfeuer war schon zu sehen, mache ich alles aus, lasse mich treiben und lege mich schlafen. Als ich zum Sonnenaufgang aufwache, habe ich friedlich wogendes Meer ringsum und tatsächlich die zackigen Felsen am Horizont. Drumherum sind mehrere Fischerboote.
Ich fahre näher ran und melde mich per Funk. Ich grüße freundlich auf Portugiesisch und bitte um Erlaubnis für einen Besuch. Der wird mir gewährt, und ich soll mir von den Fischern beim Festmachen und anlanden helfen lassen. Ein Fischerboot kommt und macht an der großen gelben Mooringtonne fest. Und ich mache mit einer langen Leine hinter dem Fischer fest. Das schaukelt zwar ziemlich im Atlantikschwell, aber so liege ich recht sicher.

Eine Weile später holt mich einer mit dem Schlauchboot ab und bringt mich zum Felsen, wo man über eine lange Leiter aufs Land klettert.
Die Felsen werden bewohnt von 4 Menschen, tausenden von Seevögeln und fast so vielen Krebsen.

Da gibt es ein Haus, das als Forschungsstation dient und mit Solarstrom und Satellitenfunk ausgerüstet ist. Es steht auf Betonsäulen, damit es nicht, wie das vorherige, im Sturm von Wellen weggewaschen wird.
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