29.03.2012

Jacaré

Am 22. Tag nach Ausfahrt aus dem Fluss Casamance in Afrika, fahre ich früh morgens, lange vor Sonnenaufgang, in den Fluss Paraíba in Brasilien ein. Ich hangele mich vorsichtig zwischen roten und grünen Fahrwasserbojen von einem GPS-Waypoint zum nächsten in die Flussmündung hinein, gleite mit leichtem Wind am schlafenden Hafen von Cabedelo vorbei, berge die Segel und motore zwischen Sandbänken den Fluss hinauf, bis zum Dorf Jacaré. Dort ankere ich vor der Marina und schlafe mich erstmal aus.
Am Nachmittag lege ich am Steg an und werde Kunde der kleinen, etwas heruntergekommenen Marina, die von Philipe (Franzose) geleitet wird. Er hat zwei Mitarbeiter: ein Italiener, der Boote und Stege betreut, und eine Brasilianerin für Bar und Waschservice.


Von den vier anderen Yachtcrews, die hier zu Gast sind, kenne ich drei schon von vorher: die Amica aus Sal, die Zwöi aus Dakar und die Mazou mit Julien und Hanane schon von El Hierro und Mindelo.

Die nächsten Tage wird bei den Behörden in Cabedelo einklariert, frisch eingekauft, Wäsche gewaschen, Padma aufgeräumt und verschiedene kleine Reparaturen erledigt. Die Opferanode an der Propellerwelle ist wieder verloren gegangen. Julien schenkt mir einen Ersatz und ich gehe wieder tauchen und schraube die neue Anode unter Wasser an die Welle. Auch in diesem Fluss geht das nur wenn gerade weder Flut- noch Ebbstrom ist. Ich mache mit dem Fahrrad Touren zum Atlantik-Strand und zur Stadt João Pessoa, was mich ziemlich schlapp macht bei dem heißen, feuchten Klima. Auch emotional falle ich erstmal in ein Loch, jetzt wo alles überstanden ist. Das Paradies ist das hier auch nicht, mein lange gehegtes Traumziel. Und ohne Nina und Kaya macht alles nicht so viel Spaß. Ich buche meinen Rückflug: Recife-Frankfurt direkt mit Condor.

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