Diese Reise ist eigentlich eine Allegorie auf das Leben.
Uff.
Der Trip zur Ankerbucht ist wenig spektakulär. Kaya schläft die meiste Zeit, wir lesen, der Motor schiebt uns zuverlässig an der Küste entlang. Es hat keinen Zweck, hier Segel zu setzen. Kaum Wind, und der auch manchmal direkt von vorne. Aber die Bucht selber, das Ankern hier, ist wahrhaft spektakulär. Die Wellen rollen sanft auf einen kleinen, steinigen Strand. Verfallene Ruinen geben der kargen Landschaft etwas Morbide-Romantisches. Die Sonne ist eine blasse Scheibe dicht überm Horizont. Sie hat heute entschieden, bescheiden zu verschwinden. Als unser Anker endlich sicher sitzt, ist es dunkel. Kein Mond. Michi hängt uns die Lichterkette für mehr Stimmung im Cockpit auf, rings entlang des Biminis. WOW! Filmreif. Unser kleines Traumschiff. Hier genießen wir das Abendessen. Kaya, die eigentlich schon längst im Bett sein sollte, darf auch nochmal im Schlafsack dazu kommen. Nach dem Essen machen wir die Lichtchen aus und gucken in die Sterne. Wie schön das Leben ist! Ich halte die langsam einschlummernde Kaya auf dem Schoß, blicke nach oben in die Weite, lausche der Brandung und summe Rainbowsongs. Und ich weiß: In diesem Moment möchte ich nirgendwo anders sein. Ob das die Definition von "glücklich" ist?
Hier frühstücken wir am nächsten Morgen. Vor dieser tollen Kulisse. Nur wir und die Ruinen und das Meer. Und unsere Lichterkette.
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