Jeden Donnerstag treffen sich Kirsten, Bekki, Iris und andere zum Stammtisch bei "La Placeta", einem malerisch gelegenen Altstadt-Café. Heute sind wir mit dabei. Und lernen so Anina mit ihren Kindern Milan und Frida sowie Yvonne mit ihrer Tochter Lea kennen. Yvonne ist von Anfang an hellauf begeistert von unseren Segelplänen. Das wäre auch ihr Traum gewesen, mit der Familie um die Welt zu segeln! Sie sei früher schon immer viel mit ihrem Vater gesegelt, sie liebe das Meer und das Segeln! Ob sie nicht seekrank würde, frage ich, da ich immer noch nicht begreife, wie man das Segeln an sich so sehr lieben kann. "Bouncing around in the dark", wie Mark einst sagte, "Nothing I like about it!". Nein, nie. Seekrank sei sie noch nie wirklich gewesen. Ein bisschen aus Spaß sage ich: "Dann komm doch mit. Wir fahren Sonntag nach La Gomera." "Ehrlich jetzt?" "Klar." "Mach ich!" sagt sie und flippt aus vor Vorfreude. Was für ein Geschenk! Sie darf segeln gehen! Ich genieße ihre Freude, aber verstehe sie nicht. Das Leben an Bord, dieses freie Zigeunerleben, dass man das lieben kann, verstehe ich langsam, obwohl auch das irre anstrengend sein kann. Aber das Segeln selbst, das Geschaukel, das Ausgeliefertsein an Wind und Welle ohne mal eben sagen zu können: Jetzt würde ich gerne mal anhalten und Pause machen - das ist für mich das Übel, das ich in Kauf nehme, um alles andere erleben zu können. Dass man das alleine so sehr lieben kann, dass man alle Hebel in Bewegung setzen würde, um mal einen Tag mitschaukeln zu dürfen, das begreife ich nicht. Yvonne telefoniert, organisiert eine Vertretung für ihren Job am Montag, organisiert ihre Rückfahrt mit der Fähre Montagabend, und freut sich dabei wie eine Schneekönigin. Unglaublich! Aber schön. Nun fahren wir wieder mit Crew! Yippieh!
Während wir Organisatorisches besprechen, spielt Kaya mit den anderen Kindern. Vor allem Bekkis Tochter Zoe kümmert sich ganz rührend um sie, trägt sie mit sich rum und zeigt ihr den Brunnen und die Tauben. Sehr süß!
Mit Kirsten verabreden wir uns noch für morgen Abend, dann löst die Runde sich auch schon wieder auf.
Nachmittags sind Kaya und ich mal wieder auf dem Spielplatz, wo sie einen neuen Verehrer findet. Der kleine Jaime lässt sie nicht mehr aus den Augen. Er hat eine Wasserflasche, die er für sie über den Boden rollt. Kichernd wankt Kaya hinterher und holt sie ihm, damit er sie wieder wirft. Ich muss unwillkürlich an junge aportierende Hunde denken... Die beiden haben unglaublichen Spaß. Toll, dass sich Kinder mit einer einfachen Wasserflasche so lange und so interessiert mit so viel Freude beschäftigen können!
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