Wir fahren über die Berge auf die andere Seite der Insel nach La Frontera. Vor der kleinen Dorfkirche findet just in dem Moment, in dem wir vorbeikommen, eine lebhafte Prozession statt. Tänzer in weißen Gewändern mit reich bestickten Mützen und flatternden Bändern springen zum Klang der Kastagnetten und Trommeln lebensfroh über den Platz. Eine Blaskapelle spielt auf. Heiligenfiguren werden andächtig in die Kirche getragen. Ein ergreifender und zugleich mitreißender Anblick. Am liebsten würden wir uns unter die Tänzer reihen und mit springen!
Nach einem Abstecher zu dem kleinen B&B "El Sitio", das uns bezüglich Architektur und Atmosphäre reichhaltige Inspirationen für unser eigenes zukünftiges Zuhause liefert (mein mentaler Notizblock quillt über - vielleicht muss ich mal was aufschreiben oder ein paar Zeichnungen machen...), fahren wir an die Küste. Auch hier gibt es Pools in den Felsen, dezent durch ein paar Mauern vor der Brandung geschützt. Hier plantschen wir ein bisschen und aalen uns in der Sonne. Urlaub!!
Aber so richtig lange halten wir es hier nicht aus, die Sonne brennt doch ziemlich. Wir ziehen uns in das kleine schattige Café oben an den Klippen zurück, schlürfen cortado und chillen ein bisschen mit grandiosem Blick über die Küste:
Nun aber los, schließlich haben wir uns für heute noch die Waldwanderung im Inselinneren vorgenommen. Es ist schon nach 6, als wir auf dem Parkplatz halten, der den Beginn des etwa 2-stündigen Rundwegs bildet. Und eigentlich will doch Kaya um 8 essen... Dann mal schnell! Der Wald ist märchenhaft - gut, dass wir uns noch die Zeit hierfür nehmen!
Plötzlich öffnet sich der Wald, der Weg führt kraxelig einen kleinen Vulkankrater rauf und wir können von oben in den Kegel reingucken. Das alles im tollsten Abendsonnenlicht. Nicht schlecht! Es ist auch das tollste Licht zum Fotografieren - und der tollste Wind!
Wir verplaudern uns in Spekualtionen über einen möglichen Hollywoodfilm, in dem es um ein Vulkankegelmonster geht, das alle verschlingt, die am Kraterrand ausrutschen und in den Kegel hineingeraten, und kommen dabei ohne es zu merken vom markierten Weg ab. Auf einmal gibt es keine Schilder mehr, keinen erkennbaren Pfad. Aber da vorne geht es hoch - von da hat man bestimmt eine gute Aussicht. Und tatsächlich, die haben wir!
Zum Glück hat Michi das GPS dabei und vorsorglich am Parkplatz einen Waypoint markiert. So kann man ja gar nicht verloren gehen! Wir finden ratz fatz unseren Weg wieder und kommen zum eigentlichen, offiziellen Mirador. Der ist auch nicht übel, nicht ganz so wild-romantisch wie die Stelle vorher, aber auch beeindruckend. Wir sehen noch der Sonne ein bisschen beim Versinken zu...
...dann aber endlich nach Hause. Kind hat Hunger!
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