23.08.2011

Johannes der Taucher

Etwas weiter oberhalb unseres Appartments betreiben Jutta und Günther aus Österreich eine Tauchschule. Der Weg von ihnen zum Meer führt direkt vor unserer Tür vorbei. Das heißt, dass regelmäßig viermal am Tag immer eine ganze Gruppe schnittiger Neoprenmenschen bei uns vorbeistapft, zweimal hin, trockenen Fußes, entsprechend zweimal zurück, triefnass und noch etwas benommen.

"Tut mir ja leid, dass wir immer hier bei euch vorbei müssen," spricht mich einer an, während ich mit Wäsche und Leine und Wind kämpfe. "Macht nichts, ist doch gesellig. Könnt auch gerne mal auf'n Tee reinkommen." Das Angebot nimmt er ernst - und steht am nächsten Tag triefnass in der Tür. Johannes. Johannes der Taucher. Da sich Tee triefnass so schlecht trinkt und da Kaya und ich nochmal an den Strand wollen, verabreden wir uns für später am Abend zum Essen. Er kommt mit Wein und Käse, Michi kocht lecker, es wird ein guter Abend. Johannes ist Deutscher und arbeitet seit ein paar Jahren im Auslandsdienst an der deutschen Schule in Teneriffa (Deutsch, Musik, Ethik). Es macht Spaß, mit ihm zu plaudern. Ich merke wieder einmal, wie wichtig es ist für mein Lebensgefühl, Menschen zu begegnen, mit denen mich etwas verbindet. Mit denen im Gespräch was passiert. Hier ist das so. Und es fühlt sich gut an.

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