04.08.2011

Mein Geburtstag


Als ich morgens durch den Glasperlenvorhang trete, ist die Küche schon mit Luftballons geschmückt. Auf dem Tisch liegen Geschenke, ein Kerzchen brennt. Wie kuschelig! Michi steht (und wer ihn kennt, weiß, was das für ihn bedeutet!) mit Kaya und mir auf und macht Frühstück für alle.

Dann gehen wir zum Strand. Kaya tapst nackt durch den schwarzen Sand, klaut hier und da von anderen Kindern Sandspielzeug, (allerdings klauen die anderen Kinder auch bei ihr, da müssen wir nachher gut gucken, dass alle Dinge wieder ihr rechtmäßiges Zuhause finden!), Michi übernimmt die Kinderaufsicht und ich gehe entspannt eine Runde schwimmen. Wow! Ist das mal schön! Das kenne ich schon fast gar nicht mehr, so ganz alleine für mich zu sein, ohne immer ein Auge beim Kind haben zu müssen. Mentale Notiz: Öfter mal Kaya an Michi abgeben! Irgendwie hat es sich so eingependelt, dass ich vorrangig Kayadienst mache, da Michi ja so viel Arbeit am Boot hat. Das Problem daran ist, dass die 24/7-Kinderaufsicht echt an den Nerven zerrt. So süß und eigentlich wirklich unkompliziert Kaya ist, so viel sich auch völlig zufrieden alleine beschäftigen kann, es heißt doch immer, mit mindestens Dreiviertel der Aufmerksamkeit bei ihr zu sein. Da kann man nichts anderes richtig machen. Vor allem nichts in Ruhe für sich selbst. Und abends kommt irgendwann, wenn sie um 23 Uhr immer noch nicht schläft und noch turnen möchte, die Erschöpfung und der Frust. So geht das nicht weiter, wir sind doch zu zweit!

Jedenfalls ist dieser Vormittag am Strand super. Als ich vom Schwimmen komme, zeichnen wir uns ein Mühlespiel in den Sand und spielen mit schwarzen und roten Steinchen Mühle. Kaya tapst um uns rum und sortiert diverses Sandspielzeug immer wieder neu. Wem zum Teufel gehörte denn jetzt was? Egal, Hauptsache, die Kinder haben Spaß. Und den haben sie! Bei dieser Idylle ist es gar nicht ganz so schlimm, dass Michi die Partie gewinnt. Ich bin sowas von glücklich, das geht auf keine Kuhhaut.

Den heißen Nachmittag verbringen wir, wie immer, drinnen im kühlen Häuschen. Michi versucht sich trotz aller Widrigkeiten an einem Kuchen. Das ist gar nicht so leicht, immerhin haben wir weder einen Ofen, noch ein Rührgerät, noch eine vernünftige Schüssel da. Aber er besteht darauf, mir einen Geburtstagskuchen zu backen. Also mengt er geraspelte Karotten, Mehl, Eier, Zucker, Vanille und backt einen Carrotcake - in der Bratpfanne.

Tädäh! Pan-Cake!

Und abends haben wir dann sogar einen Geburtstagsgast: Lionel aus Frankreich, der mit seinem Boot auch gerade auf dem Trockenen steht, begegnet uns im Café und wird prompt zum Abendessen ins Häuschen eingeladen. Kaya ist auf den ersten Blick verliebt und schleppt ihm alle ihre Duplosteinchen an, die er fröhlich entgegennimmt. Dabei erklärt er alles, was er tut, deutlich auf Französisch. Michi kocht derweil leckerste panierte Pilzchen (die wie Wienerschnitzel schmecken, nur besser) mit Kartoffelbrei und Rotkraut. Yum!

Schöner Geburtstag!

Beim Aufräumen stellen wir fest, dass zwar all unser Sandspielzeug noch da ist - aber dass wir plötzlich ein Paar Schwimmflügel mehr haben als vorher... Ähm... Hmpf.

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