Lionel begleitet uns. Zwar müssen wir warten, bis sein Boot sicher zurück ins Wasser gebracht und fest vertaut worden ist, aber das passt uns auch ganz gut. So können wir zuhause noch Mittagessen machen und mit vollem Magen aufs Ende der Welt zu fahren. Wer weiß, wann es wieder was gibt. Gegen 13 Uhr starten wir und machen unseren ersten Stop auf Lionels Bitte hin im Lavageröll kurz hinter La Restinga. Von der Straße ist kaum zu erkennen, was für eine verrückte Welt sich dort auftut. Aber wenn man nur ein paar Schritte in die Lavawüste hinaeinläuft, findet man sich plötzlich umgeben von bizarren Kunstwerken. Jeder Stein hier ist eine Skulptur für sich - und das in gigantischem Ausmaß bis zum Horizont. Manchmal scheint die Lava wie gerade erst vorbeigeflossen und mitten im Fluß erstarrt, überall türmen sich Kuhfladen ähnliche Lavaplatscher, dazwischen außerirdisch wirkende Pflanzen. Irre!
Der nächste Abstecher führt uns zu dem kleinen Küstenfleckchen Cala de Tacorón. Viel ist hier nicht zu machen, außer über rauhe Felsen ins Meer zu springen. Das Wasser sieht einladend aus, überall tummeln sich Badende und wahrscheinlich kann man hier super tauchen oder schnorcheln. Aber dafür sind wir nicht ausgerüstet und für Kaya ist die schroffe Küste auch nichts. Also gibt es nur einen cortado auf Eiswürfeln (merken! das ist *der* Sommerdrink!) in der lässigen Strandbar und ein bisschen exploren für die kleine Explorer-Kartoffel, die sich prompt mit den überall rumflitzenden Echsen anfreundet.
Dann geht es weiter nach El Pinar, wo sich eine der insgesamt 3 Tankstellen der ganzen Insel befindet. Das Auto hat Durst. Dringend. Als wir in die Einfahrt der Tankstelle fahren, ist es kurz nach 3. An der verschlossenen Tür hängt ein handgeschriebener Zettel: Mittagspause von 3 bis halb 5. Hmpf.
Also müssen wir nach La Frontera zum Tanken. Dort wollten wir eigentlich am Ende unseres Rundwegs um die Westküste ankommen, aber es kann ja auch am Anfang liegen. Die Straße führt durch einen beeindruckenden Pinienwald:
Zum Glück hat hier die Tankstelle geöffnet und wir können unbesorgt das Ende der Welt erkunden. Nächster Stop: Pozo de la Salud, übersetzt "Gesundbrunnen". Wie in Berlin. Nur dass es hier wirklich einen Brunnen gibt, der heilendes Wasser enthalten soll. Und dass der ganze Ort tatsächlich so romantisch ist wie sein Name. Ein guter Ort, um rennen zu üben, denkt Kaya, und stapft unbremsbar los.
Dann weiter zur "Playa de las arenas blancas", einem Strand, der tatsächlich von Weitem weiß aussieht. Zwar sind die weißen Körner, wie wir beim näheren Hinsehen feststellen, kleingeraspelte Muscheln, aber das nimmt dem Ort nicht seine wild-romantische Stimmung - im Gegenteil. Weißer Sand kann ja jeder.
Der nächste Strand, den wir anfahren, ist wegen Steinschlag gesperrt, wirkt aber sowieso beeindruckender von oben.
Dann geht es rauf in die Berge. Haarnadelkurven schlängeln uns abenteuerlich nach oben. Wow! was für ein Blick!!
Vorbei an windzerzausten Bäumen...
...und am Leuchtturm am Ende der Welt...
...geht es über eine staubige Piste bis zu den "sabinosas", den märchenhaft-surrealen Bäumen in El Sabinar. Irgendwo hier muss doch Bilbo wohnen.
Der Weg nach Hause ist lang und kurvig, so dass es schon nach 9 ist, als wir erschlagen wieder in La Restinga ankommen. Da ist nur noch Kraft zum Fallenlassen in der Pizzeria. Dann Fallenlassen im Bett. Das Ende der Welt ist schließlich auch ein bisschen anstrengend.
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