Während er an Bord bleibt und sich schont, gehen Kaya und ich zum Gottesdienst. Zum Glück merkt keiner, dass Kaya gar nicht katholisch ist, sondern schamanisch... Ich verstehe zwar nicht viel von den Worten der Predigt, aber was ich über alle Sprache hinweg verstehe, ist die andächtige und berührende Atmosphäre in der kleinen Ortskirche. Unter Gesängen wird ein Kreuz hereingetragen und vor dem Altar aufgestellt. Unter Gesängen erhebt sich die Gemeinde und jeder geht nach vorne, um den Gekreuzigten zu ehren. Ich bin so ergriffen, dass auch ich Kaya auf den Arm nehme und mit ihr nach vorne gehe, um mich vor dem Kreuz zu verneigen. Es ist ein besonderer, friedlicher und glücklicher Moment, ein Moment, in dem ich spüre, was der Glaube an einen Gott bedeuten kann. Neben aller Kritik an der Kirche als Institution oder religiösem Fanatismus oder dem Unglück, das Religionen bereits in der Welt gestiftet haben - dieser Moment ist schön. Einfach so. Religiös. Bewegend. Schön.
Anschließend an den Gottesdienst zieht eine Prozession durch den Ort. Auch das bewegt. Gerade in der unerwartet unpretentiösen Schlichtheit der vier Wägen mit Christus- oder Mariafiguren und der getragenen Musik der langsam schreitenden Bläserkapelle.
Ich mag Traditionen. Selbst wenn es kirchliche sind.
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