Ganz anders als die anderen Kanarischen Inseln ist Gomera richtig richtig grün. Sogar einen Wald gibt es: einen Nebelwald. Wir fahren mit dem Bus ca. 40 min. die Berge hoch, steigen mitten im Wald aus und kraxeln zum Gipfel, dem Alto de Garajonay. Von hier aus, 1490m hoch, haben wir einen großartigen Blick ringsum über fast alle anderen Inseln.
Im Osten liegt Teneriffa, dahinter gut erkennbar Gran Canaria (allerdings nicht auf diesem Bild).
Im Norden sieht man La Palma...
...und im Westen El Hierro.
Weitere 2 Stunden Wanderweg führen uns durch magische Landschaften mit moosbewachsenen Bäumen, Farnen und Pininenduft zu einer großen Lichtung, der Laguna Grande. Im Schatten der Bäume am Rand sind Bänke und Steingrills locker verteilt, in der Mitte Spielgeräte, Schaukeln, eine kleine Seilbahn. Endlich kann Kaya mal aus der Babytrage raus und richtig krabbeln. Das durfte sie zwar auf dem Gipfel auch schon, aber da war kein so fluffiges Gras!
Das einzige Problem, das sich stellt, ist: Wie kriegen wir nun das Babygläschen warm? Wir entdecken eine Familie am Grill, die Würstchen brutzeln schon. Ob wir da mal fragen...? Die Frau wirkt etwas abweisend, als ich sie anspreche. Nein, einen Topf habe sie nicht. Tja, da wisse sie auch nicht weiter. Sie ist Deutsche und lebt, wie wir später von ihrem Freund erfahren, schon seit 8 Jahren auf Gomera. Vielleicht mag sie keine Newcomer. Vielleicht sind auch die Deutschen, die vor Jahren hierher gezogen sind, lieber unter sich. Wer weiß. Jedenfalls kann sie uns nicht helfen. Aber Michi alias MacGyver hat schließlich die geniale Idee, eine Coladose im Müll zu suchen, mit dem Taschenmesser den Deckel abzuflexen, und das Gefäß so als Wasserbad zu verwenden. Nicht schlecht! Aber als der junge Mann am Grill unsere Bemühungen sieht, fällt ihm ein, dass er ja doch noch ein Töpfchen im Auto hat. Das holt er uns und so kommt auch Kaya zu einem leckeren Picknick. Erst als wir aufbrechen, entdecken wir versteckt um die Ecke das kleine Waldcafé, das ich schon schmerzlich vermisst hatte. Da wäre es natürlich auch gegangen...
Wir laufen bis zur nächsten Straße, etwa eine weitere Stunde Fußmarsch, auf der wir den Bus nach San Sebastian vermuten. Der fährt dreimal am Tag. Und müsste gegen 17 Uhr hier vorbeifahren. Um 5 vor 5 kraxeln wir einen Trampelpfad hinunter, landen auf der Straße und sehen direkt gegenüber das Haltestellenschild. Zwei Minuten später kommt der Bus um die Ecke. Was für ein Timing! Und auch die Rückfahrt ist schön, mit malerischen Ansichten von San Sebastian von oben.
Im Ort treffen wir ein Pärchen wieder, das auch mit uns morgens im Bus fuhr: Meemke und Gerrit aus Hamburg. Ihr Urlaub ist zuende und sie müssen leider morgen wieder nach Hause, aber sie kommen spontan noch mit aufs Boot, wo wir im Cockpit rumlungern, Tee trinken und mit Kaya toben. Was für ein rundum toller Tag!
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