Es gab einen Wetterumschwung. Die Luft war warm und schwül - tropische Meeresluft. Und der Schwell kam aus Süd. Alle Häfen auf den Kanaren sind für den vorherrschenden Nordwind gebaut, und mehr oder weniger nach Süden offen. Las Galletas ist besonders schlecht gegen Schwell aus Süden geschützt und so fing im Hafen alles an zu tanzen. Die Pontons schwanken hin und her und die Boote reißen ständig an ihren Festmacherleinen. Bei meinem Nachbarboot ist in einer Nacht die Vorspring durchgescheuert und das Boot dann ständig an den Steg gerammt. Als der Skipper am Mittag kam, waren zwei Ecken vom Fieberglas am Heck herausgebissen.
Es war schon recht ungemütlich an Bord von Padma. Alles schaukelt, so wie wenn man an einem schlecht geschützten Ankerplatz liegt, nur dass es Landstrom gibt und man bezahlen muss. Ich habe unruhig geschlafen (und das heisst schon was bei mir), ständig in Sorge um meine Leinen. Eine Woche lang dauerte der Südschwell an, eine Woche ungemütlich herumschaukeln. Gut das Nina nicht da war sondern ruhig zu Hause schlief.
Aber bevor ich weiterfahre wollte ich erst meine Solarpanele an ihrer neuen Halterung anmontieren. Garnicht so einfach, bei dem ständigen geschaukel zu arbeiten und sich zu konzentrieren. Ausserdem hat mein Heißwassertank ein Leck und einen Kurzschluss entwickelt. An Bord warm duschen zu können ist für mich essentiell, also habe ich ein paar Tage damit verbracht, den Heißwassertank mehrmals aus und wieder einzubauen bis alles wieder funktioniert. Zum Glück konnte ich alles mit vorhandenen Teilen reparieren, denn in Las Galletas war nicht viel zu kriegen. Und warm duschen konnte ich in der Marina, während ich kein fließend Wasser an Bord hatte.
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