Der Norden der Insel bietet einen erfrischenden Kontrast zum heißstaubigen, gerölligen, vulkanwüstenschroffen Süden. Hier wuchert eine üppige Vegetation, vor allem auch von Farnen und Lorbeerwäldern. Die berühmteste Ecke ist der Wald von Los Tiles, den wir heute erwandern. Das Auto parken wir am Visitorcenter, welcher in Farbe und Architektur durchaus eine Inspiration für ein mögliches eigenes Zuhause sein kann... :)
Obwohl Kaya den ganzen Tag mit Rauf- und Runterklettern der Stufen vorm Visitorcenter hätte verbringen können, schnappen wir sie doch irgendwann, packen sie in den Becocarrier und wandern am Rande des Tals entlang durch den Wald bis zu einem grandiosen Aussichtspunkt.
Kurz bevor wir den Aufstieg zum Aussichtspunkt erreichen, kommt uns eine atemlose Frau entgegengerannt. Ob wir ein Telefon hätten. Ob wir helfen könnten. Ihre Freundin sei weiter oben im Berg gestürzt, habe sich den Fuß gebrochen und könne nicht mehr alleine weiter laufen. Oh wei! Aber unser Telefon hat hier in der Wildnis auch kein Netz. Ob wir zu ihrer Freundin gehen sollen, um ihr wenigstens Gesellschaft zu leisten, frage ich. Aber die Freundin liegt irgendwo eineinhalb Stunden zu Fuß den Berg rauf. Das können wir, vor allem mit Baby, nicht machen. Sie rennt weiter den Berg runter, um unten Hilfe zu holen. Wir kraxeln zum Aussichtspunkt. Oben gibt es Funknetz! Schwach, aber da! Wir rufen die Notrufnummer. Mehrfach, da die Verbindung immer wieder abbricht. Beim dritten Versuch wird uns erklärt, der Notarzt sei bereits unterwegs. Also hat sie es anscheinend geschafft, unten Hilfe zu organisieren. Beim Abstieg kommen uns dann unzählige Fahrzeuge entgegen (der Weg ist zum Glück breit genug für Geländewagen): Ein Jeep der Parkverwaltung, aus dem uns die Frau erleichtert zuwinkt, ein Wagen der Feuerwehr mit mehreren kräftigen Trägern, ein Notarztwagen, ein Emergency Logistic Fahrzeug... So viele Helfer! Toll!
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