Michi, Nina, Kaya und Mona segeln auf Padma um die Welt (oder soweit sie kommen...)! Und was sie dabei so alles erleben, findet ihr hier auf Radio Schnups.
11.10.2010
Draa Tal
Kruemel, kruemel. Hier sind alle Gebaeude, vor allem auch die majestaetischen Kasbahs (Festungen) aus Lehmziegeln gebaut. Und wenn man nicht regelmaessig das Dach instandhaelt, hat man schliesslich irgendwann nur noch Kruemel, die denn auch das ganze Draa Tal entlang die Landschaft praegen. Heute waren wir in der Kasbah von Tamnougalt, der aeltesten im ganzen Tal (15. Jh.), die dank diverser Auftritte als Filmkulisse sehr gut erhalten ist. Wir konnten sehen, wo die Frauen- und Maenner-Innenhoefe waren, wo die Karawanen eingelassen und beherbergt wurden, konnten uns auf Teppichen im Versammlungshof flaetzen und auf schmalen dunklen Treppen auf die Dachterasse klettern. Von oben hatten wir einen tollen Blick auf die Dattelpalmen im Tal. Schon verrueckt: Ringsum broeckelige Felshuegel, trostlos as trostlos can, und im Flussbett, obwohl es meistens kaum Wasser fuehrt, eine bluehende Oasenlandschaft wie im Bilderbuch. Kaya hat alles gelassen genommen, selbst das windige Wetter - dafuer wurde sie mit einer Pause im Berberzelt und leckerem Essen belohnt (Tajine und Couscous, von Mama kindgerecht aufbereitet).
09.10.2010
Roadtrip ueber den Atlas
Von Marrakesch fahren wir Richtung Suedosten. Ziel unserer Fahrt ist das kleine Wuestendoerfchen Agdz. Dafuer allerdings muessen wir ueber das Atlasgebirge, den Pass auf ca. 2000m erklimmen und uns die Serpentinen wieder runterschlaengeln. Das macht wahnsinnigen Spass - so lange es noch hell ist, man die Aussicht geniessen kann (die atemberaubend schoen ist!) und die Kurven gut sieht. Wir hatten auch die Strecke einigermassen genau ausgerechnet, lernen jedoch: Mit Baby zu reisen erfordert eine andere Zeitplanung (Wickel- und Stillpausen dauern eben auch ihre Zeit...). Und so haben wir kurz vor Sonnenuntergang gerade mal die hoechste Stelle des Passes passiert und noch etwa 2-3 Stunden Fahrt vor uns. Michi faehrt tapfer das Auto durch die Kurven, ich zittere bei jedem entgegenkommenden LKW um unser Leben und Kaya verschlaeft einfach die spannende Fahrt. Als im Stockdunklen schliesslich in der Ferne die Lichter von Agdz zu sehen sind und wir wenig spaeter auf den staubigen aber malerischen Innenhof unserer palmenumwucherten Kasbah-Unterkunft rollen, koennte ich weinen vor Freude. Ich weiss nicht, ob ich jemals schon so gerne irgendwo ankommen wollte.
Aufbruch von Marrakesch
Letzter Abend in Marrakesch
Tschuess Marrakesch! Nach langem Fussmarsch vom Majorelle Garten zurueck in die Altstadt kommen wir erschoepft an den alten Stadtmauern an. Heute Abend gibt es dafuer eine besondere Belohnung: Abendessen zu zweit in einem marokkanischen Restaurant, das mit seinem eingewucherten Innenhof, den Kerzen und Laempchen ueberall, dem kleinen Springbrunnen im Hof und den ueppigen Kissen und Matratzen eher an einen Koenigspalast erinnert.
Thank you so much, Rob and Roxy, for babysitting!!
Jardin de Majorelle
Die Zeit in Marrakesch ist wunderschoen. Kaya ist ein prima Reisebegleiter und macht neugierig alles mit, was wir vorschlagen. (Na gut - was bleibt ihr anderes uebrig?) Heute stand auf dem Programm ein Gang durch den beruehmten Garten von Majorelle. Zwischen Kakteen und Palmen plaetschern kleine Brunnen, leuchten bunte Blumentoepfe in knalligem Gelb und Blau, flattern weisse Tauben umher... Was fuer ein Ort! Man glaubt, selbst mitten in einem Gemaelde zu stehen. Der urspruenglich von dem Maler Jacques Majorelle angelegte Garten mit knallblauer Villa in der Mitte wurde 1964 von Yves Saint Laurent uebernommen, weitergepeppelt und der Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht. Nach seinem Tod 2008 wurde seine Asche wunschgemaess in diesem Garten verstreut. Der Lonely Planet schreibt ueber den Jardin de Majorelle, den er eine "psychedelische Wuesten-Fata-Morgana" nennt: "Pinkfarbene Bougainvillea sprengen fast ihre zitronengelben Terracottakuebel, duerre Kakteen lehnen sich gegen kobaltblau verputzte Waende wie zugedroehnte Rockstars und Goldfische huschen wie knallorangene Blitze durch hellgruen schimmernde Pools." Dem ist nichts hinzuzufuegen. Hier sind wir richtig!
08.10.2010
Abends auf der Jemaa el Fna
Die Jemaa el Fna ist der zentrale Platz in Marrakesch. Tagsueber sind hier Gaukler, Musiker, Schlangenbeschwoerer, Henna-Taetowierer und Geschichtenerzaehler zugange, abends werden tausende von kleinen Garkuechen aufgebaut, es wird Gemuese und Fleisch frisch gebrutzelt und suesses Gebaeck und Tee angeboten. Hier haben wir heute abend lecker gegessen und Tee geschluerft - mit einer seelig schlummernden Kaya im Tragebeutel.
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