25.10.2011

Kaya im jardim "nosso amiguinho"

Hier ein paar Eindrücke von Kayas Zeit im Kindergarten "nosso amiguinho" (= unser kleiner Freund):

Wenn ich ankomme, nimmt mich meine Kindergärtnerin Alina auf den Arm. Das ist gut. Ich bin nämlich immer ein bisschen traurig, wenn Mama geht.


Aber ich bin nie lange traurig. Es gibt ja auch so vieles zu tun und zu entdecken hier!


Manchmal spielen wir auch drinnen. Da ist es auch lustig! So viele andere Kinder!

24.10.2011

Sem ou Com Puter - das ist hier die Frage!


Endlich!!! Wir haben einen kleinen Laden gefunden, in einer Seitenstraße, in dem auch Laptops verkauft werden. Zwei verschiedene Modelle stehen zur Auswahl. Reicht ja, fällt die Wahl leichter.

Seit Wochen ist unser Computer kaputt (deswegen auch die Verspätung der Blogeinträge). Eigentlich hatten wir auch schon die notwendigen Ersatzteile per Internet aus USA bestellt, da aber Michi per Paypal bezahlt hatte und die es zu suspekt fanden, einen Auftrag mit Zielort "Kapverdische Inseln" anzunehmen, haben sie einfach die Zahlung gecancelt (gecancelled? storniert!). Also wurden unsere Teile nie abgeschickt, was wir aber erst drei Wochen später erfuhren, als wir mal nachhakten, ob wir wohl bald mit der Lieferung rechnen dürften.

Erst schien es, als sei in ganz Mindelo kein neuer Rechner zu erwerben. Aber Manuel, mein charmanter Portugiesischlehrer, hatte dann doch noch den rettenden Tip und hat uns die Lage dieses kleinen unscheinbaren Ladens beschrieben.

Hier sitzen wir nun und müssen zwischen zwei Modellen entscheiden. Beide haben - natürlich - eine portugiesische Tastatur und Windows auf Portugiesisch. Kein Problem, sagt die nette Verkäuferin, der Techniker könne uns Windows auch auf Englisch installieren. Er sei allerdings gerade krank. Na gut, auf die paar Tage kommt es nun auch nicht mehr an.

Wir könnten ja auch den Laptop schon mitnehmen und zur Neuinstallation wieder bringen. Au ja! Als wir jedoch die Kreditkarte zücken, um zu bezahlen, sehen wir uns mit einem neuen Hindernis konfrontiert: Die Karte wird vom Lesegerät nicht angenommen. Und Bargeld am Automaten bekommt man nur begrenzt, immer nur etwa 200 Euro pro Tag. Wir brauchen 600. Tja, dann müssen wir uns einfach noch mal ein bisschen in Geduld üben.

(Was wir jetzt allerdings noch nicht wissen, ist, dass der Techniker zwar Windows auf Englisch installieren wird, dass aber nach wenigen Tagen eine Fehlermeldung auftauchen wird, wir sollten bitte den Productkey eingeben - und dass wir keinen gültigen Productkey haben werden!)

19.10.2011

Baustelle


Minenarbeiter in der Achterkoje.

Andrea und Afrika


Neue Freunde! Vor ein paar Tagen sind wir auf dem Weg zum Kindergarten Andrea (ursprünglich aus München) begegnet, die gerade mit ihrer Tochter von der Schule kam. Andrea lebt seit Kurzem hier in Mindelo, weil sie so so gerne in Afrika leben möchte, bisher aber noch kein afrikanisches Land gefunden hat, in dem sie als Frau irgendwie auf eigenen Füßen stehen könnte. Nun versucht sie ihr Glück hier. Sie entwirft Mode, die sie in verschiedenen kleinen Betrieben in Afrika schneidern lässt, und bietet sie an touristischen Standorten in Hotels und Boutiquen an. Auf Ibiza, wo sie die letzten Jahre gelebt hat, war sie damit recht erfolgreich. Außerdem hat sie tausend weitere Geschäftsideen: Marketing, Frozen Yoghurt, Hotelmanagement... Und weil sie Afrika so liebt, hat sie auch ihre Tochter so genannt. Afrika ist jetzt 5 Jahre alt, geboren in den USA, frühe Kindheit auf Ibiza, lange Reise quer durch den afrikanischen Kontinent, jetzt auf den Kap Verden. Sie spricht fließend Deutsch, Englisch, Spanisch, ein bisschen Italienisch und nun auch ein bisschen Portugiesisch. Respekt!

Heute sind sie, zusammen mit Raffaele, einem italienischen Einhandsegler, der mit seinem Trimaran uns gegenüber liegt, bei uns zum indischen Essen. Wir schlafen zwar noch im Hotel, aber um nette Menschen bekochen zu können, macht Michi mal die Baustelle für einen Abend zu.

17.10.2011

Wäscheklammern




Als Petra am Sonntag auszieht, zieht Michi ein. Wir wohnen einige Tage idyllisch zusammen in dem luftigen, sonnigen Zimmer. Und spielen den ganzen Tag mit Wäscheklammern.

16.10.2011

Die Mindelo-Soap

12.10.
Wir lernen J. kennen. Der Abend eskaliert in einem sozialen Desaster. J. behandelt Bertl herablassend arrogant, mich bringt er zum Heulen, Petra hängt verzweifelt zwischen den Stühlen und sieht alles den Bach runter gehen. Sie hatte dem Abend so gespannt entgegengefiebert, wollte unbedingt wissen, was wir von diesem J. halten. Aber was sollen wir tun? Ich bin schockiert von der selbstherrlichen und jeder Empathie entbehrenden Art dieses Mannes, aber ich will ja auch nicht mit ihm zusammensein. Wir können ihr nichts mehr raten, unser Urteil ist doch auch gar nicht so relevant. Ihr aber ist es schon wichtig, sie will, natürlich, dass Menschen, die sie mag, auch ihren Partner mögen. Als wir später nach Hause gehen (wir wohnen immer noch im gleichen Zimmer), fragt sie wieder und wieder, was ich denke. Bei mir beginnt es zu dämmern: Halte dich in Zukunft raus aus Beziehungsdramen!

13.10.
Petra ist mit J. zum Essengehen verabredet, ich habe Bertl und Michi zum Skatspielen auf die Dachterrasse eingeladen und freue mich auf nette, normale Gesellschaft. Der Abend endet anders. Kurz bevor meine Freunde mit Pizza vor der Tür stehen, kommt Petra verweint zurück. Er habe sie versetzt, alles sei ganz schrecklich, dieser furchtbare Mensch, sie wolle sich nur noch betrinken. Wir könnten ruhig in Ruhe spielen und sollten sie ignorieren. Ignoriere mal jemanden, der verstört und verweint neben dir sitzt! Also geht der Abend so aus, dass Massen an Bier angeschleppt werden, Petra sich betrinkt und wir ihr Gesellschaft leisten, während sie pausenlos darüber philosophiert, was bisher alles passiert ist, was er ihr alles angetan hat und wie böse die Welt zu ihr ist. Da sitzen wir also auf der Terrasse, drei Therapeuten, ein Patient. Ich würde ihr so gerne irgendwie helfen. Aber all meine Erfahrungen, all mein gesammeltes Wissen über Psychologie und Kommunikation und Beziehungsarbeit, all meine hart erarbeiteten Einsichten in Konfliktlösungsstrategien nützen hier wenig. Im Gegenteil, irgendwann wirft sie uns vor, wir hätten sie mit unserem Psycho-Gerede nur noch verwirrter gemacht.

Hätten wir vielleicht doch lieber Skat spielen sollen?


16.10.
Petra zieht wieder zu J. aufs Boot. Sie will ihm noch eine letzte Chance geben.

12.10.2011

Musik


Freitag, 7.10.

Dave, natürlich auch Segler, spielt im "Casa da musica". Sehnsuchtssongs. Country-Stil. Mit Herz und Seele. Er erinnert mich an Andreas und ich bekomme ein bisschen Heimweh. Das "Casa da musica" selbst ist eine interessante kleine Musikbar , die eigentlich keine ist. Eigentlich ist es ein Wohnhaus. Mit verschachtelten Räumen, steilen Treppen, wüster hippiesker Deko, Dachterrassen mit palmwedelgedeckten Dächern. Und da die Bewohner Musik lieben, wird ab und an im Wohnzimmer gespielt. Und da die Gäste was trinken wollen, wurde ebenfalls im Wohnzimmer eine kleine Bar mit Getränken zum Selbstkostenpreis installiert. Von außen ist nicht zu erkennen, dass es hier was zu sehen gibt. Man muss den Ort kennen oder jemanden haben, der einen mitnimmt. Aber kaum kommt man rein, empfängt einen die Wärme und Lebensfreude dieses Ortes. Toll! Sowas will ich auch, wenn ich groß bin!


Montag, 10.10.
Livemusik im "Club Nautico", direkt am Hafen. Im Vordergrund Michi, Petra und Bertl, unser neuer Nachbar in der Marina. Und wo ist Kaya? Die soll doch schlafen!