09.08.2011

Auf Stelzen


Da wohnen wir jetzt wieder! Ein bisschen unheimlich ist es schon... Zum einen, weil man immer erst die Leiter raufklettern muss (mit Kind unterm Arm), zum anderen, weil es doch manchmal ganz schön pustet. Hoffentlich halten die Stangen!

Komischer Anblick, so ein Boot auf dem Trockenen. Wie ein gestrandeter Wal. Ich glaube, Padma muss bald wieder ins Wasser.

Aber erst wird sie noch richtig gut gestrichen! Michi gibt alles, trotz widriger Umstände (Wind pustet Materialien weg, Lösungsmittel verdunstet sofort, Farbe trocknet an der Rolle in nullkommanix ein und lässt sich nicht mehr streichen...), pinselt das Unterwasserschiff mehrfach an und zieht sogar den roten Streifen an der Wasserlinie nach. Schick!

06.08.2011

Party on!


Kaya macht jeden Tag Party im Innenhof von "Casa Kai". Auch, wenn wir heute aus dem Appartment raus mussten (schnüff!!) und ab jetzt wieder auf dem Boot wohnen, darf sie weiterhin hier spielen. Gut so! Sie würde es sonst sehr vermissen. Immer, wenn wir unten am Eingang vorbeigehen, biegt sie zielstrebig ab, stapft den kleinen Gang entlang, klettert eifrig die Treppe rauf, und tapst - taps taps taps - ohne sich einmal umzudrehen, ob wir auch mitkommen, direkt in den Hof und auf das kleine Häuschen zu.

Wir machen auch Party! Heute Abend in der Pizzeria mit Lionel (unserem Geburtstagsgast), Jaques und Fabienne mit ihrem Sohn Leon (einer französischen Familie, die seit Jahren vor allem in Afrika unterwegs ist) und dem lustigen Rasta Alejandro, der hier lebt und jeden kennt und immer strahlt, wenn man ihm begegnet. Ein guter Abend! Leon und Kaya spielen ausgelassen unter den Stühlen, wir trinken Wein und plaudern. Und obwohl auch viel französisch und spanisch gesprochen wird und ich mich zeimlich bemühen muss, nicht den Faden zu verlieren, genieße ich den Abend trotzdem sehr. Interessante Menschen!

04.08.2011

Sonnenaufgang über den Klippen von La Restinga



Mein Geburtstag


Als ich morgens durch den Glasperlenvorhang trete, ist die Küche schon mit Luftballons geschmückt. Auf dem Tisch liegen Geschenke, ein Kerzchen brennt. Wie kuschelig! Michi steht (und wer ihn kennt, weiß, was das für ihn bedeutet!) mit Kaya und mir auf und macht Frühstück für alle.

Dann gehen wir zum Strand. Kaya tapst nackt durch den schwarzen Sand, klaut hier und da von anderen Kindern Sandspielzeug, (allerdings klauen die anderen Kinder auch bei ihr, da müssen wir nachher gut gucken, dass alle Dinge wieder ihr rechtmäßiges Zuhause finden!), Michi übernimmt die Kinderaufsicht und ich gehe entspannt eine Runde schwimmen. Wow! Ist das mal schön! Das kenne ich schon fast gar nicht mehr, so ganz alleine für mich zu sein, ohne immer ein Auge beim Kind haben zu müssen. Mentale Notiz: Öfter mal Kaya an Michi abgeben! Irgendwie hat es sich so eingependelt, dass ich vorrangig Kayadienst mache, da Michi ja so viel Arbeit am Boot hat. Das Problem daran ist, dass die 24/7-Kinderaufsicht echt an den Nerven zerrt. So süß und eigentlich wirklich unkompliziert Kaya ist, so viel sich auch völlig zufrieden alleine beschäftigen kann, es heißt doch immer, mit mindestens Dreiviertel der Aufmerksamkeit bei ihr zu sein. Da kann man nichts anderes richtig machen. Vor allem nichts in Ruhe für sich selbst. Und abends kommt irgendwann, wenn sie um 23 Uhr immer noch nicht schläft und noch turnen möchte, die Erschöpfung und der Frust. So geht das nicht weiter, wir sind doch zu zweit!

Jedenfalls ist dieser Vormittag am Strand super. Als ich vom Schwimmen komme, zeichnen wir uns ein Mühlespiel in den Sand und spielen mit schwarzen und roten Steinchen Mühle. Kaya tapst um uns rum und sortiert diverses Sandspielzeug immer wieder neu. Wem zum Teufel gehörte denn jetzt was? Egal, Hauptsache, die Kinder haben Spaß. Und den haben sie! Bei dieser Idylle ist es gar nicht ganz so schlimm, dass Michi die Partie gewinnt. Ich bin sowas von glücklich, das geht auf keine Kuhhaut.

Den heißen Nachmittag verbringen wir, wie immer, drinnen im kühlen Häuschen. Michi versucht sich trotz aller Widrigkeiten an einem Kuchen. Das ist gar nicht so leicht, immerhin haben wir weder einen Ofen, noch ein Rührgerät, noch eine vernünftige Schüssel da. Aber er besteht darauf, mir einen Geburtstagskuchen zu backen. Also mengt er geraspelte Karotten, Mehl, Eier, Zucker, Vanille und backt einen Carrotcake - in der Bratpfanne.

Tädäh! Pan-Cake!

Und abends haben wir dann sogar einen Geburtstagsgast: Lionel aus Frankreich, der mit seinem Boot auch gerade auf dem Trockenen steht, begegnet uns im Café und wird prompt zum Abendessen ins Häuschen eingeladen. Kaya ist auf den ersten Blick verliebt und schleppt ihm alle ihre Duplosteinchen an, die er fröhlich entgegennimmt. Dabei erklärt er alles, was er tut, deutlich auf Französisch. Michi kocht derweil leckerste panierte Pilzchen (die wie Wienerschnitzel schmecken, nur besser) mit Kartoffelbrei und Rotkraut. Yum!

Schöner Geburtstag!

Beim Aufräumen stellen wir fest, dass zwar all unser Sandspielzeug noch da ist - aber dass wir plötzlich ein Paar Schwimmflügel mehr haben als vorher... Ähm... Hmpf.

02.08.2011

Kayas neues Häuschen


Im Innenhof der Pension hat auch Kaya ein eigenes Haus gefunden. Mit Küche und Waschmaschine. Mit Tür zum selber Auf- und Zumachen und mit Fenstern zum Rausgucken. Und mit so vielen anderen Kindern, die sich alle darum reißen, Kayas Aufmerksamkeit zu erhaschen. Was für ein perfektes kleines Paradies hier!

Unser neues Zuhause


Hier waren wir von Freitag bis Montag...

...jetzt sind wir da. Etwa 100 Meter weiter. Hier ist ja alles nah beieinander. Rechts liegt Padma, das weiße Gebäude links beherbergt unser Appartment. Allerdings ist es kein durchschnittliches Appartment. Nein, nein! Es ist ein eigenes kleines Häuschen!

Der Kinderwagen muss unten parken, denn ab hier geht es kraxelig über Vulkangestein bis zum Eingang des kleinen weißen Bunkers, der seitlich in die Felswand gehauen ist. Aus dem Fenster kann man Padma auf ihren Stangen stehen sehen. Alles wirklich sehr nah und überschaubar hier. Ebenfalls direkt um die Ecke ist der Strand, so dass wir im Badeanzug aus dem Haus gehen können, ein paar Stufen runter, einen kurzen Holzweg entlang, und zack sind wir im Wasser. Nicht schlecht! Das Haus selbst ist winzig, reicht aber völlig für uns drei (wir sind da ja schon ganz anderes gewohnt!). Durch die Tür betritt man die Wohnküche, links geht es in ein kleines Bad, rechts durch einen lustigen Plastikglasperlenvorhang in das Schlafzimmer, das gerade Platz für ein Bett und ein Schränkchen bietet. Durch die Fenster kommt warmer Wind, den Vorgarten zieren Kakteen. Ich bin ganz verliebt in unsere kleine Hippiehütte!

Es gibt sogar ein Babybett für Kaya, das so günstig platziert ist, ...

...dass sie abends vor dem Einschlafen durch den bunten Perlenvorhang noch Kontakt zu uns aufnehmen kann. Praktisch!

Und morgens können wir uns auf der Eingangstreppe in der Sonne recken. Das ist ein Leben! Von mir aus kann es einfach alles so weiter gehen.

01.08.2011

Padma zieht um, wir auch

Um 10 Uhr morgens steht der Kran bereit. Wir manövrieren Padma vorsichtig hinein, breite Bänder legen sich vorne und hinten um ihren Rumpf. Michi und ich stehen an Deck mit Bootshaken und halten das Boot von den Seitenmauern fern, wenn es bedrohlich nah rantreibt. Dann werden wir langsam aus dem Wasser gehoben... Uiuiui.

Abenteuerlich klettern wir über den Bugkorb an Land. Michi zuerst, dann Kaya, dann ich. Geschafft!

Da wird unser Zuhause abtransportiert. Hoffentlich halten die Kranseile! Padma wird mit Stangen und Fässern und Holzklötzen abgestützt, der Kran verkrümelt sich wieder. Da sind wir nun. Während Michi das Unterwasserschiff mit Hochdruck reinigt, ziehen Kaya und ich schon mal in unser kleines Häuschen um, wo wir die nächsten Tage bleiben wollen.