24.10.2010

Kino

Der Tag beginnt mit harter Arbeit. Es ist noch so vieles zu machen, bevor wir lossegeln koennen! Also wird bis Sonnenuntergang (etwa 6 Uhr) gefeudelt und gewischt und gewerkelt und geraeumt. Dann packen wir Kaya in ihren Tragebeutel und goennen uns einen Abendausflug nach Rabat. Da die Marina zu Sale gehoert und von Rabat durch einen Fluss getrennt ist, kann man nicht so einfach nach Rabat laufen. Was aber geht ist, zum Flussufer zu spazieren und sich fuer 2 Dirham (ca 20 Cent) in einem kleinen bunten Holzboot rueberrudern zu lassen. Zum Sonnenuntergang ist das wahnsinnig romantisch - ein bisschen wie Venedig auf arabisch. Nur billiger.

In Rabat suchen wir vor allem frisches Gemuese und einen Barbier fuer Michi. Zuerst jedoch landen wir im Teppich-Souk. Und wie das hier eben so ist - im Teppich-Souk gibt es nur Teppiche. Ein kleiner Laden am anderen, alle verkaufen die gleichen Teppiche. Wer Gemuese will, muss in den Gemuese-Suk. Ein bisschen wie bei Real - nur dass die einzelnen Abteilungen eben ueber die ganze Stadt verstreut sind. Wir umrunden die Altstadt und werden schliesslich fuendig - mehr als wir geplant hatten. Neben Gemuese entdecken wir lauter Staende mit billig gebrannten DVDs, 5 Dirham das Stueck. Da kann man doch nichts falsch machen.

An diesem Abend laeuft im Padma-Kino also "Into the Wild", ein Film ueber die authentische Geschichte eines jungen Mannes (Mitte 20), der alles aufgibt, sein Geld verschenkt oder verbrennt und lostrampt, quer durch Nordamerika bis nach Alaska, wo er lange alleine in der Wildnis lebt. Ein starker, beruehrender Film. Ein Film, der Mut macht und gleichzeitig irre traurig und nachdenklich darueber, was es eigentlich bedeutet zu leben. Worum geht es? Was braucht man zum gluecklich sein? Was braucht man nicht?

23.10.2010

Freitags gibt es Couscous



Heute hatten wir uns viel vorgenommen: Segel fertig anschlagen, alle Vorratsfächer und Staufächer reinigen und entmuffen und die Achterkabinen aufräumen. Weit kamen wir nicht, denn bald kam Besuch: Zuerst Heike, Kojencharter-Mitseglerin auf einem Schiff Richtung Lanzarote. Dann Agathe und Camille, ein Segel-Hitchhiker-Pärchen aus Frankreich, die uns am Tag zuvor schon eine Nachricht an die Reling geklemmt hatten, ob sie mit uns zu den Kanaren segeln könnten. Und während wir so gesellig über unserem Minztee saßen, fiel uns auf, dass ja heute Freitag ist. Und freitags gibt es Couscous in Marokko. Keiner weiß warum, ist aber so. Da auch schon Mittagessenszeit war, entschieden wir kurzerhand, für alle Couscous zu kochen. Philippe, französischer Einhandsegler vom Nachbarsteg kam auch und brachte eine Flasche portugiesischen Rotwein mit. Wie soll man denn da arbeiten? Gegen Sonnenuntergang hat Michi immerhin noch mit Hilfe von Camille und Philippe die Lazyjacks fertig montiert, während ich mit Agathe das Baby gehütet und die Küche aufgeräumt habe. Soviel zu Männer- und Frauenrollen.

PS.: Waehrend wir gemuetlich Couscous knabbern, uebt Kaya in ihrer Spielekoje Auf-den-Bauch-Rollen - und ist zum ersten Mal wirklich erfolgreich! En denkwuerdiger Moment. Der erste Bauchdreher. Ein weiterer Schritt in die Unabhaengigkeit.

22.10.2010

Marokkanische Telefonzellen...

Marokkanische Telefonzellen brauchen wir zum Glück nicht. Mit iPhone, Wifi und Skype können wir euch ganz gemütlich vom Boot aus anrufen.
PS: Ich habe keine Telefonnummern mitgenommen. Wer angerufen werden möchte, schicke mir bitte seine Nummer.

21.10.2010

Shoppen in Rabat





Aber natürlich wird nicht nur geputzt. Wir haben ja Zeit. Abends zum Sonnenuntergang trifft man sich manchmal auf einem der Nachbarboote zur Sundowner-Party mit Wein und Keksen und Seemannsgarn von allen Weltmeeren. Und tagsüber bleibt genug Gelegenheit zum Shoppen. Wir suchen immer noch nach einem tollen fröhlichen Stoff für unser Salonsofa. Stoffe gibt es hier genug - aber so richtig konnten wir uns bisher noch für keinen entscheiden. Umso entscheidungsfreudiger waren wir in den Schuhläden, in denen die Converse Allstars für acht Euro verkauft werden. Nun sind wir für die nächsten Jahre mit Converse versorgt.

Besonders großen Spaß macht es auch, im Souk (Markt) der Medina (Altstadt) Leckereien einzukaufen. Auch wenn so manche Stände, an denen es Ziegenköpfe, -beine und -eingeweide oder lebende Hühner, die direkt für den Kunden vor Ort geköpft und gerupft werden, ein ziemlicher Schock sind, gibt es zum Ausgleich ja zum Glück genügend andere Stände mit den leckersten Oliven, kleinen Gebäckteilchen, frischem Obst oder pflückfrischer Minze. Von den Schokoladen-Erdnuss-Keksen jedoch hätten wir besser die Finger gelassen. Die waren zwar irre lecker, aber anschließend war uns beiden zwei Tage lang flau im Magen...

19.10.2010

Bootsputz




Unsere ersten Tage in Rabat sind im wesentlichen damit gefüllt, unser Zuhause gemütlich zu machen. Da wird gefeudelt und geschrubbert und geputzt, Wäsche gewaschen, Segel werden angeschlagen und kleine bunte Aufkleber im Boot verteilt. Kaya hat die Vorschiffskajüte als Spielzimmer erobert. Das wird ganz schön kuschelig hier!

16.10.2010

Ziel









Seit Januar wartet Padma in Rabat auf unsere Rückkehr. Seit Monaten bin ich in Gedanken immer wieder beim Schiff und frage mich, wie es ihm wohl geht. (Immerhin hat Googlemaps bestätigt, dass Padma beim letzten neuen Luftbild noch an ihrem Platz war.)
Und seit zwei Wochen ist dieser Ort das Ziel unserer Reise. Hier.

Beginning of Boattrip

Hallo Padma!