07.11.2010

Kayas Geburtstag





Kaya ist heute 1/2 Jahr alt!

Und wir fahren wieder übers Meer: 32 Stunden über Nacht nach Essaouira. 20 Meilen vor der Küste landen ein paar verirrte Spatzen bei uns an Deck. Eine schöne Fahrt, mit leichten Winden, wir müssen auch viel motoren, aber schaffen es pünklich zum Sonnenuntergang im Hafen zu sein. Nina ist ganz überwältigt von der vielfältigen Intensität des Erlebnisses: der Sonnenuntergang, der Sternenhimmel, der Sonnenaufgang, Delfine neben dem Boot im Morgengrauen, bei leichtem Schwell im Sonnenschein mit geblähten Segeln dahingleiten und im Abendlicht vor der imposanten Kulisse der Stadt auf dem schaukelnden Boot das Segel einpacken.

05.11.2010

Sightseeing in El Jadida







Gemeinsam mit Pippa und Tom von unserem Nachbarboot "The Hooker" erkunden wir den Ort. Sehr beeindruckend sind die Mauern der alten portugiesischen Festung und die Säulenhalle der Zisterne aus dem 16.Jhd. Zwischendurch erholen wir uns bei Minztee und Gebäck im Internetcafé. Am Abend führen wir Tom und Pippa in das Vergnügen des Besuchs im Hamam, dem traditionellen Badehaus, ein - natürlich Männer und Frauen getrennt.

Im Hafen von El Jadida

Hier liegen wir. Sehr malerisch.
Leider stinkt es nach dreckigem Fischerhafen, die Hafengebühr ist unverschämt teuer, die Hafenbediensteten sind unflexibel, es gibt keinen Strom- und keinen Wasseranschluss, und das Ein- und Aussteigen an der Betonmauer ist schwierig, besonders bei Ebbe, und im Dunkeln, und mit Baby.

El Jadida







Unsere erste Fahrt auf Padma: Um 11 Uhr in Rabat losgefahren. Zuerst noch Zollkontrolle, Spürhund-Kontrolle, Polizei-Kontrolle und Stempel in den Pässen, ablegen, den Fluss runter fahren, vom Marina-Boot zurückgerufen wegen irgendeinem fehlenden Zollpapier, Fluss wieder hoch gefahren, angelegt, doch kein Zollproblem, wieder abgelegt und den Fluss hinausgefahren.

Auf dem Meer dann besten Segelwind: 15 Knoten raumer Wind, Padma macht 7 Knoten und wir kommen schneller voran als erwartet. Die Sonne versinkt, und unglaublich viele Sterne sind in der mondlosen Nacht über den ganzen Himmel verteilt. Nina und ich wechseln uns ca alle 4 Stunden mit der Wache ab. Es gilt, verschiedene Fischerboote und blinkende Signalbojen im Auge zu behalten und mit Abstand zu passieren.

Nach Mitternacht wird der Wind schwächer und unsere Geschwindigkeit geringer. Gegen Sonnenaufgang ist kaum noch Wind und das Schiff ist kaum noch auf Kurs zu halten. Dann kommt dichter Nebel auf. Die anderen Schiffe sehen wir nur noch auf dem Radar, selbst wenn sie ganz nah sind. Ein Fischerboot, dass wir auf dem Radar geortet hatten, taucht in 200m Entfernung schemenhaft aus dem Nebel und sieht aus wie ein verwunschenes Geisterschiff.

Mit geborgenen Segeln und unter Motor machen wir die letzten 9 Meilen bis zum Hafen. Kurz vor der Küste lichtet sich der Nebel und die Sonne strahlt wieder. Wir umfahren die Brecher auf den Untiefen vor dem Kap und laufen gegen 10 Uhr morgens sicher in den kleinen Fischerhafen ein. Der Hafen liegt unter der beeindruckenden alten portugiesischen Festung. Der einzige Liegeplatz für Yachten ist ein 8m langes Stück Kaimauer, an dem wir mit langen Leinen längsseits festmachen. Es herscht zur Zeit Springtide, und der Gezeitenhub beträgt 3m.

Etwas später läuft noch ein Segelboot ein und macht längsseits an uns fest. An Bord sind Tom und Pippa, zwei jungen Briten, auf dem Weg von Schottland rund um die Welt. Wir haben sie zum Abendessen bei uns eingeladen.

02.11.2010

Traveleeze

Heute soll es losgehen aufs Meer. Ca. 24 Stunden Fahrt liegen vor uns. Ich werfe früh morgens sicherheitshalber ein Traveleeze-Kaubonbon gegen Seekrankheit ein, um auf der Reise voll einsatzfähig zu bleiben. Wir legen ab und fahren zum Zollponton. Hier jedoch bestätigt man uns, was wir schon befürchtet hatten: Der Schwell ist heute gefährlich hoch und die brechenden Wellen an der Hafeneinfahrt machen ein Auslaufen heute unmöglich. Zur Kontrolle lässt sich Michi mit dem Hafenboot den Fluss hinunterfahren um die Wellen mit eigenen Augen zu begutachten und kommt kopfschüttelnd zurück.
Also doch nicht heute losfahren.
Zum Trost bekomme ich von Michi eine Motorboot-Übungsstunde mit Padma: Aufstoppen, Drehen auf der Stelle, Anlegen am Steg, Mann-über-Bord Manöver, Rückwärtsfahren. Dann geht´s zurück zum Liegeplatz und Kaya bekommt endlich ihr langversprochenes Babywannenbad in der gestern erworbenen Plastikwanne. Das ist zwar eigentlich ihr Geburtstagsgeschenk, aber sie darf es schon heute benutzen. Während Michi noch am Boot tüftelt gehen Kaya und ich zum Strand um den Sonnenuntergang zu sehen.
Ein schöner Tag! Und Traveleeze hat sich voll bewährt. Ich war überhaupt nicht seekrank!

01.11.2010

Toplicht


Am letzten Tag in Rabat lasse ich mich noch zur Mastspitze hochhiefen und setze die neuen, stromsparenden LED-Birnen ins Navigationslicht und ins Ankerlicht. Leider funktioniert das Ankerlicht nicht, weil die Polarität verkehrt ist. Also muss ich später nochmal hoch...

Michelangelo


Wir haben einen kleinen Engel an Bord.